30.01.2026 –, K10 – Diskussion/Workshop
„Was passiert, wenn die mich verklagen?!“
Die Antwort auf diese Frage kann darüber entscheiden, ob Geschichten ans Licht kommen – oder nie öffentlich werden. Wenn Whistleblower:innen und Quellen reden, geraten Journalist:innen in ein Spannungsfeld aus Vertrauen, Verantwortung und Risiko: Die Story soll veröffentlicht werden, doch niemand darf in Gefahr geraten. Doch wie viel Schutz ist möglich? Und wo endet journalistische Fürsorge? Journalist:innen und Jurist:innen sprechen über die rechtlichen Grauzonen, ethischen Dilemmata und harten Realitäten. Gemeinsam mit Teilnehmenden werden Lösungen und Tipps zu einem professionellen Umgang mit sensiblen Quellen erarbeitet.
Moderation: Maria Christoph
Maria Christoph arbeitet als Investigativjournalistin für die Firma “paper trail media”, die in Deutschland mit SPIEGEL und ZDF kooperiert. Dort befasst sie sich mit Themen wie Machtmissbrauch, Big Pharma und dem Krieg in Gaza. Bis Mai 2022 war sie als freie Reporterin in Wort, Bild und Ton u.a. für SPIEGEL, ZEIT und den Bayerischen Rundfunk tätig. Für ihre Recherche zu Arbeitsbedingungen in der Sternegastronomie erhielt sie unter anderem den Axel-Springer-Preis, den Helmut Schmidt Journalistenpreis und den Deutschen Journalistenpreis. Die Jury des "medium magazin" wählte sie aktuell unter die Top 10 Journalist:innen des Jahres in der Kategorie "Reportage national".
Dr. Jasper Prigge, LL.M., ist Rechtsanwalt in Düsseldorf und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. Im Presserecht vertritt er zumeist Personen und Organisationen, die für kritische Äußerungen rechtlich angegriffen werden. Er ist Mitglied des Ausschusses für Medienrecht der Bundesrechtsanwaltskammer.
Insbesondere für den investigativen Journalismus ist der Justitiar mittlerweile ein unerlässlicher Bestandteil. Dieser fungiert als juristisches Schutzschild und ermöglicht eine kritische Arbeit, auch wenn von Seiten der Entblößten versucht wird, Berichte oder Artikel zu verhindern. Klaus Siekmann nimmt diese Aufgabe seit 33 Jahren für den NDR wahr.
Sarah Ulrich ist eine freie Journalistin und Investigative Reporterin. Der Fokus ihrer Recherchen liegt auf Machtmissbrauch, rechts(extremen) Netzwerken und genderspezifischer Gewalt. Mit ihrer Arbeit strebt sie einen feministischen Blickwinkel auf unterrepräsentierte Themen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten an. Ulrich ist u.a. Fellow der International Womens Media Foundation (IWMF), des Journalismfund, der Internationalen Journalistenprogramm (IJP) und wurde mit dem BJV-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet und als eine der Top 30 der Journalist*innen unter 30 gewählt. Ihre Arbeiten wurden u.a. in ARD, taz, ZDF, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, ZEIT und Deutschlandfunk veröffentlicht. Für das Global Investigative Journalism Network (GIJN) / Netzwerk Recherche e.V. arbeitet sie als German Editor. Ihre Recherche „Die unsichtbare Front“ zu Überleben den sexualisierter Gewalt in der Ukraine war für den Daphne Caruana Galizia Journalism Prize nominiert.
Fotocredit: Nathalie Valeska Schüler
