30.01.2026 –, K89 – Diskussion
Kritisch über Missstände berichten: Der Journalismus kommt so seiner Wächterfunktion nach. Die Verdachtsberichterstattung ist ein wichtiger Teil dieser demokratischen Kontrollfunktion. Doch oftmals wird Medien selbst bei rechtmäßiger Verdachtsberichterstattung Vorverurteilung vorgeworfen, rechtspopulistische Kampagnenplattformen machen gezielt Stimmung gegen Fakten, etablierte Medien seien ohnehin zu „links, zu grün, zu einseitig“. Müssen Medien ihren verfassungemäßen Auftrag noch offensiver kommunizieren und ihr Handwerk proaktiv erläutern? Und wie sollten Medien mit Fehlern umgehen?
Moderation: Julia Stein
Julia Stein ist Redakteurin im NDR, Mitglied des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und engagiert sich seit vielen Jahren für Netzwerk Recherche, dessen Erste Vorsitzende sie von 2015-2021 war. Beim NDR hat sie auf zahlreichen Positionen gearbeitet: bei den ARD-Tagesthemen, als Leiterin der trimedialen Redaktion „Politik und Recherche“ im NDR Landesfunkhaus Schleswig-Holstein und als Redaktionsleiterin von ZAPP. Als stellvertretende Leiterin im Ressort „Investigation“ des NDR hat sie maßgeblich an den „Panama Papers“ und an den Rechercheprojekten „OffshoreLeaks“, „SwissLeaks“ und „LuxLeaks“ gearbeitet. Studium der Politologie, Romanistik und Medienkultur in Paris und Hamburg. Julia Stein wurde für ihre Arbeit mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Dr. Kirsten von Hutten ist Director Government Relations bei Bertelsmann und stellvertretende Vorsitzende der Beschwerdekammer 1 des Deutschen Presserates. Nach Studium und Promotion in Bonn begann sie ihre berufliche Tätigkeit 2001 als Rechtsanwältin und Justiziarin bei Gruner + Jahr, wo sie bis Mitte 2023 als leitende Angestellte den Bereich Presse-, Urheber- und Verlagsrecht verantwortete. Als Autorin hat Kirsten von Hutten u.a. am Kompaktkommentar für gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und Medienrecht sowie am Handbuch des Persönlichkeitsrechts mitgewirkt. Foto: Julia Grudda
Dr. Jasper Prigge, LL.M., ist Rechtsanwalt in Düsseldorf und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. Im Presserecht vertritt er zumeist Personen und Organisationen, die für kritische Äußerungen rechtlich angegriffen werden. Er ist Mitglied des Ausschusses für Medienrecht der Bundesrechtsanwaltskammer.
Klaus Ott recherchiert und schreibt seit 1984 für die Süddeutsche Zeitung, deren Redaktion er bis Juli 2025 angehört hat. Seitdem ist er in Rente, aber nicht im Ruhestand, und arbeitet jetzt wieder wie schon in jungen Jahren freiberuflich für die SZ und viele weitere Medien. Als Redakteur hat er vor allem im Ressort Investigative Recherche über viele Skandale in Politik und Wirtschaft berichtet, die mit intensiven Recherchen verbunden waren. Daneben hat Ott sich in der SZ zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen darum gekümmert, Schulklassen, Azubis, Unigruppen usw. zu erzählen, wie und nach welchen Standards die Süddeutsche Zeitung arbeitet – als kleiner Beitrag zur Medienbildung, die immer wichtiger wird. Auf diesem Gebiet ist Ott jetzt beim Netzwerk „Journalismus macht Schule“ aktiv. Wichtig ist es ihm auch, seine Rechercheerfahrungen an der Deutschen Journalistenschule und anderen Ausbildungsstätten sowie beim Netzwerk Recherche weiterzugeben. Seine Maxime: Recherche muss ergebnisoffen sein, hart und fair zugleich.
